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Fachschlussbericht: Texprocess mit deutlichem Aussteller- und Besucherplus

07.06.2017

Verarbeitungstechnologien für Bekleidung, Leder, Möbel und Automobilindustrie

Top-Themen der Branche sind Digitalisierung, Microfactories und Nachhaltigkeit

Kreativität trifft auf Hightech: Mit diesen Schlagworten lässt sich die Atmosphäre in den Hallen der Texprocess zusammenfassen. Vom 9. bis 12. Mai 2017 präsentierten 312 Aussteller aus 35 Ländern (2015: 273 aus 33 Ländern[1]) 13.718 Besuchern aus 109 Nationen (2015: 13.335 aus 94 Ländern) die neuesten Entwicklungen in der Verarbeitung textiler und flexibler Materialien. Mit einem Ausstellerwachstum von 14 Prozent und 2,9 Prozent bei den Besuchern erlebte die Texprocess ihre bisher größte Ausgabe.

„Die Innovationskraft der textilverarbeitenden Industrie ist beeindruckend. Auf der Texprocess finden Fachbesucher Hochleistungsmaschinen und -technologien für alle Schritte der textilen Produktion vom computergestützten Design bis hin zum Recycling. Hier erleben Fachbesucher live, wie die zunehmende Digitalisierung die Interaktion zwischen Mensch und Maschine und die Vernetzung der Maschinen untereinander auf eine neue Ebene hebt“, so Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.  

Starker Besucherzuwachs von der parellelen Techtextil

Die Verbindung aus Techtextil und Texprocess zahlt sich sowohl für Besucher als auch Aussteller aus. 7.091 Besucher der parallelen Texprocess (2015: 5.500) besuchten zusätzlich die Techtextil. Gleichzeitig informierten sich 11.399 Besucher der Techtextil (2015: 7.600) zusätzlich über das Angebot der Texprocess. Zur internationalen Leitmesse für die Verarbeitung von textilen und flexiblen Materialien kamen 312 Aussteller aus 35 Ländern und 13.718 Besucher aus 109 Ländern. Beide Messen begrüßten insgesamt 1.789 Aussteller aus 66 Ländern (2015: 1.662 aus 54 Ländern) und über 47.500 Besucher aus 114 Ländern (plus rund 14 Prozent, 2015: rund 42.000 aus 116 Ländern).

Der Besucherzuwachs der Texprocess kam vor allem aus dem europäischen Ausland. Nach Deutschland rangierten Italien, Rumänien, Portugal, die Türkei und Polen unter den am stärksten vertretenen Besucherländern. Das Besucheraufkommen stieg vor allem aus  Russland, der Ukraine, Indien, Südafrika, Pakistan, Schweden und Japan. Die Besucher verbrachten im Durchschnitt mehr Zeit auf der Texprocess als zur Vorgängerausgabe. Blieben 2015 rund die Hälfte noch einen Tag auf der Messe, verbrachten in diesem Jahr fast 65 Prozent der Besucher zwei oder mehr Tage in Frankfurt.

Ausstellerangebot trifft Interesse zahlreicher Anwenderbranchen

Die Aussteller der Texprocess repräsentierten alle Schritte in der textilen Poduktionskette vom IT-gestützten Design, über Zuschnitt- und Fügetechnologien bis hin zur Veredelung, Textillogistik und zum Recycling und erreichen damit neben der Bekleidungsindustrie auch die Lederwarenindustrie, die Möbelfertigung und die Automobilbranche. Holger Labes, Geschäftsführer von Vetron bestätigt: „Besucher aus ganz unterschiedlichen Branchen kamen zu uns, aus dem Automobilbereich ebenso wie aus dem Bekleidungssektor“.

Der Ausstellerzuwachs kam vor allem aus der Türkei (+10) und Italien (+ 9) sowie aus China (+9) und Japan (+4). China, Japan und Taiwan waren jeweils mit einem eigenen Länderpavillon auf der Texprocess vertreten. Insgesamt präsentierten sich 204 Unternehmen aus dem Ausland (2015: 161) und 108 Unternehmen aus Deutschland (2015: 112).

Digitalisierung als Innovationstreiber

„Industrie 4.0, Digitalisierung, Digitaldruck und Smart Textiles sind einige der Schlagworte, die die Branche derzeit bewegen“, so Elgar Straub, Managing Director des VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies, dem konzeptionellen Partner der Texprocess. „Sämtliche Prozesschritte innerhalb der Verarbeitung von Textilien sind IT-gesteuert.“

Die Interesse der Fachbesucher an computergestützten Technologien für Design, Passformoptimierung, Schnittbilderstellung, automatischen Zuschnitt und Labelling stieg im Vergleich zur Vorgängerausgabe auf fast das Doppelte, von 14 Prozent auf 26 Prozent. „Wir haben kurz vor Beginn der Texprocess noch unser Standpersonal aufgestockt, um alle im Vorfeld vereinbarten Termine bedienen zu können. Hinzu kamen zahlreiche und qualitativ sehr hochwertige Interessenten auf der Messe selbst“, so Dr. Andreas Seidl, Geschäftsführender Gesellschafter bei Human Solutions. „Die Besucher fragten vor allem nach unseren digitalen Lösungen, mit denen sie virtuell Modedesigns entwerfen, Modelle erstellen und Anproben vornehmen können“, bestätigt auch Paulo Augusto Pereira, International Sales Director bei Audaces aus Portugal.

Auch die mit dem Texprocess Innovation Award ausgezeichneten Produkte setzen auf Digitalisierung: Coloreel aus Schweden gewann mit einer Technologie, die es ermöglicht, den weißen Basisfaden während des Stickprozesses einzufärben. Die japanische Firma Juki präsentierte die weltweit erste Nähmaschine, bei der unter anderem Fadenspannung und Stichlänge an einem Touchscreen direkt an der Maschine oder über eine dazugehörige App eingestellt und gespeichert werden können. Industrienähmaschinen-Spezialist Xi’an Typical Europe zeigte eine neue Technologie für das pedallose Nähen. Das Bielefelder Unternehmen Dürkopp Adler präsentierte ein Online Monitoring-System für die industrielle Produktion.

Design, CAD/CAM und Zuschnitt am stärksten nachgefragt

Erstmals konzentrierte die Texprocess die Produktgruppen Verbindungs- und Trenntechnologie, Cutting, Making, Trimming (CMT), CAD/CAM und Druck in einer Halle. Entsprechende Aussteller der Techtextil zeigten in diesem Jahr ihre Technologien auf der Texprocess. Die Nomenklatur der Techtextil wurde um die genannten Produktgruppen bereinigt. Die Bereiche Design, CAD/CAM und Zuschnitt zählten mit 49 Prozent zu den am meisten nachgefragten Produktgruppen.

Die Software-Pakete der CAD/CAM-Anbieter auf der Texprocess boten von modularen Bausteinen bis zur allumfassenden PLM-Lösung mit Wartung und Reparatur per Remote Control und automatisierter Ersatz- und Verschleißteilbestellung ein breites Lösungsspektrum an. Die Kuris Spezialmaschinen GmbH etwa zeigte die neue Generation eines Hochlagencutters und eine vollautomatische Etikettiereinheit sowie eine überarbeitete Einzellagen-Cutter-Serie für den Zuschnitt von textilen Materialien, Folien, Leder, Kunststoffen, Prepregs, Glas- und Carbonfaser sowie Wabenmaterial (Honeycomb). Gerber Technology setzte auf ganzheitliche und personalisierte Konzepte für die individuelle Fertigungsumgebung des einzelnen Kunden und stellte neben seinen PLM-Systemen ihr Consulting-Programm zur Umsetzung von Digitalisierungsstrategien in der Textile verarbeitenden Industrie vor.

Zukunft der Produktion in der Digital Textile Micro Factory

Erstmals inszenierte die Texprocess mit der „Digital Textile Micro Factory“ eine integrierte Produktionskette für Bekleidung live. In Zusammenarbeit mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf und namhaften Unternehmen der Textilbranche zeigte die Texprocess in der Microfactory die komplett vernetzte Produktion von Bekleidung – vom Design über den digitalen Druck bis hin zum automatischen Zuschnitt und zur Konfektion. Ein vorgezeichneter Weg führte Fachbesucher durch die Stationen CAD / Design, Druck, Zuschnitt, Konfektion und Labeling. Die Micro Factory wurde vom VDMA Textile Care, Fabric and Leather Technologies unterstützt.

Rahmenprogramm und Sonderareal mit hoher Resonanz

Ergänzend zum Themenfokus Digitaldruck organisierte der Brancheninformationsdienst WTiN in Zusammenarbeit mit der Texprocess und Techtextil erstmals die European Digital Textile Conference. Im Mittelpunk der Konferenz standen aktuelle Produktentwicklungen und die Vorteile der Nutzung des digitalen Textildrucks zur Funktionalisierung und Dekoration technischer Textilien. Neben der dekorativen Gestaltung von Stoffen wird der textile Digitaldruck zur Funktionalisierung von Textilien mit schmutzabweisenden, antimikrobiellen und feuerfesten Eigenschaften eingesetzt.

Eine deutliche Steigerung der Besucherzahlen verzeichnete das Texprocess Forum. Besonders die Vorträge zu Digitalisierungslösungen für die Bekleidungsindustrie, Passformoptimierung in Zeiten von Onlinehandel und Industrie 4.0 führten dazu, dass einige Besucher die Vorträge im Stehen verfolgen mussten, da alle Plätze besetzt waren.

Aussteller und Besucher der Texprocess profitieren zudem vom Techtextil-Areal „Living in Space“, auf dem die Techtextil in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Anwendungsvielfalt technischer Textilien sowie deren Verarbeitung am Beispiel Raumfahrt zeigte.

Innovative Apparel Show: Bühne für visionäre Textilverarbeitung

Die zweite Ausgabe der Innovative Apparel Show bot Mode-Hochschulen aus Frankreich, Italien, Portugal und Deutschland eine Bühne für Designs, die aus technischen Textilien und mit innovativen Verarbeitungstechnologien gefertigt waren. In täglich zwei Live-Shows waren visionäre modische Entwürfe in den Bereichen „Textile Effects“, „Creative Engineering“ und „Smart Fashion“ zu sehen. Teilgenommen haben 2017 die Modehochschulen Esmod aus Paris, das ESAD College of Art and Design aus Portugal, die Accademia Italiana, Florenz, und die Hochschule Trier. Julia Groß-Müller von der Hochschule Trier gewann den ersten Preis des Innovative Apparel Public Awards. Ihr Modell mit dem Titel „Weltfolklore“, das traditionelle und innovative Verarbeitungstechnologien verbindet, war der Publikumsliebling. Platz zwei ging an Mariana Almeida vom ESAD College of Art and Design in Portugal für “Momentum”, eine Smart Fashion-Kombination, die die Stimmung der Trägerin anzeigt. Den dritten Preis gewann Eleonara Beni von der Accademia Italiana in Florenz mit einer multifunktionalen Kombination im Urban Style.

Die Texprocess fand erneut parallel zur Techtextil statt, der internationalen Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe. Die Techtextil begrüßte 33.670 Besucher aus 104 Nationen und 1.477 Aussteller aus 55 Ländern. Insgesamt verzeichnete das Messe-Duo 1.789 Aussteller aus 66 Ländern (2015: 1.662 aus 54 Ländern) und 47.500 Besucher aus 114 Nationen (2015: 42.000 aus 116 Nationen).

[1] FKM-zertifiziert

Hintergrundinformation Messe Frankfurt
Messe Frankfurt ist der weltweit größte Messe-, Kongress und Eventveranstalter mit eigenem Gelände. Rund 2.400 Mitarbeiter an 30 Standorten erwirtschaften einen Jahresumsatz von über 640 Millionen Euro. Mittels tiefgreifender Vernetzung mit den Branchen und einem internationalen Vertriebsnetz unterstützt die Unternehmensgruppe effizient die Geschäftsinteressen ihrer Kunden. Ein umfassendes Dienstleistungsangebot – onsite und online – gewährleistet Kunden weltweit eine gleichbleibend hohe Qualität und Flexibilität bei der Planung, Organisation und Durchführung ihrer Veranstaltung. Die Servicepalette reicht dabei von der Geländevermietung über Messebau, Marketingdienstleistungen bis hin zu Personaldienstleistungen und Gastronomie.
Hauptsitz des Unternehmens ist Frankfurt am Main. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.
Weitere Informationen: www.messefrankfurt.com